Entwickler:
Char0n 🇩🇪
Release:
April 2012
Plattform:
RPG Maker
Genre:
😱 Horror-Adventure

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Die typische Chibi-Pixelgrafik des RPG Maker 2000 und atmosphärischer Horror – wie passt das zusammen? Taut beweist: Erschreckend gut! Klar, der Untertitel ‘just another silent hillish game’ suggeriert schon, welche Spielereihe die größte Inspirationsquelle darstellt, es aber als bloße Beat-to-Beat-Kopie des Konami-Klassikers abzustempeln – wie es etwa ein Calm Falls ist – wird dem Spiel nicht gerecht.

Neben Silent Hill 2 wurde das Spiel auch von den Werken David Lynchs sowie einem echten Doppelmord inspiriert, sogar die Namen der Charaktere reflektieren diesen Umstand.

Ein Screenshot von TAUT. Wir sehen eine junge Frau, die Protagonistin Judith, die neben einem rothaarigen Mädchen namens Sophie in einem Park auf das Wasser schaut. Ein dichter Nebel liegt über der Szene.
In Taut lernen wir einige merkwürdige Charaktere kennen, darunter auch die kleine Sophie.

Leider ereilte Taut das gleiche Schicksal wie ein Großteil aller vielversprechenden RPG-Maker-Projekte: Nach drei Demos fehlt ab 2012 jedes Lebenszeichen des Projekts. Zwar wurde es nie formell abgebrochen, man mag 14 Jahre später aber davon ausgehen, dass nicht mehr aktiv entwickelt wird. Aber: Taut bleibt dennoch ein spielenswertes Horror-Adventure, denn es arbeitet extrem viel mit Subtext und kleinen, subtilen ‘Scares’, die erst beim zweiten Betrachten richtig zünden. Klar, den genretypischen Jumpscare gibt es auch, aber der Horror bei Taut ist psychologisch.

Gameplay

Taut ist im Kern ein Horror-Adventure. Die Erkundung der Welt steht im Vordergrund, wobei je nach gewählter Route ganze Szenarien wegfallen oder dazukommen. Oft ist nicht klar, welche Entscheidungen den Spieler auf einen anderen narrativen Pfad bringen, weswegen sich ein mehrfaches Durchspielen durchaus lohnt.

Ein Screenshot von TAUT. Wir sehen eine Straße nebst Gebäude im dichten Nebel. Dort dringt ein Schatten, eine entstellte Silhoutte eine Frau, durch eine Mauer.
Judith wird von einem unheimlichen Schatten verfolgt, der ihr ähnelt.

Ganz ohne Herausforderung kommt es aber nicht aus. Ein Schatten jagt Protagonistin Judith, dann ist oft eine schnelle Handlung gefragt. Oft speichern lohnt sich hier also doppelt: Einerseits um die unterschiedlichen Storystränge zu sehen, andererseits um die Frustration nach Game Over zu verringern.

Dazu kommt eine spielerisch nicht ganz ausgereifte ‘Mental Health’-Mechanik, die an Eternal Darkness: Sanity’s Requiem erinnert, aber stellenweise dazu führt, dass man sich unverschuldet softlocked.

Story

Die junge Judith wacht etwas desorientiert in ihrem Zimmer auf und fragt nach ihrer Mutter. Ein Umzug steht an, die Kartons sind schon gepackt und werden bald abgeholt. Ebenjene Mutter klingelt bald durch, aber ist es wirklich sie am Telefon? Bald häufen sich merkwürdige Ereignisse im Haus: Ein Teddybär, den sie wegschmeißen will, liegt plötzlich aufgerissen und blutverschmiert im Keller, das Messer dazu liegt in der Küche; der Fernseher springt von selbst an und zeigt eine groteske Szene in ihrem Zimmer. Und regelmäßig erscheint ein schemenhafter, weiblicher Schatten: Im Bad, im Spiegel, im Hausflur. Etwa eine dunkle Version von Judith selbst?

Ein Screenshot von TAUT. Dort liegt die Protagonistin Judith mit halbgeöffneten Augen in einem blutüberströmten Doppelbett in einem rustikalen Haus. Ein blutiger Handabdruck prangt am Fenster.
Taut zeigt, dass auch Pixel-Art eine unheimliche Atmosphäre verursachen kann.

Bald schon ist sie im Haus eingeschlossen. Schreie, jemand, der gegen die Tür hämmert, blutige Handabdrücke, nicht mehr passende Schlüssel … dazu greift sie der Schatten an. Als sie sich schlussendlich aus dem Haus befreien kann, ist es nicht nur Nacht geworden, es schneit auch noch. Die Stadt selbst ist menschenleer, nur ein dichter, dunkler Nebel säumt das Straßenbild.

Von dort beginnt Judiths Odyssey durch die Stadt, die sie nicht nur mit einem mysteriöse Substanzen einnehmenden Geheimbund, dem ‘Teufel’ und ihrem Schatten konfrontiert, sondern auch mit ihrer eigenen, nebulösen, sogar blutigen Vergangenheit.

Ein Screenshot von TAUT. Eine Innenaufnahme der Polizeistation, in einen dichten roten Nebel gehüllt. Auf dem Boden liegen überall Dokumente verstreut, etwas tropft von der Decke.
Ich sag's mal so: Der Archivar der Polizeistation sollte über einen Berufswechsel nachdenken.

Let’s Play

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Status:
🧪 Angespielt
Folgen:
4
Zeitraum:
November 2025 – Dezember 2025
Länge:
4:13 Stunden

Achtung, unvollständig!

Taut sollte, wie ihr dem Einleitungstext entnehmen konntet, niemals fertiggestellt werden. Ich finde, es bleibt dennoch ein spielenswertes Spiel, aber einen runden Abschluss gibt es nicht.

Die spannende Frage ist hier: Muss ein Spiel fertig werden, um gut zu sein? Bei Taut sage ich: Nein. In vier Folgen spiele ich das Spiel und versuche, jeden Content zu sehen, den das Spiel zu bieten hat. Das ist trotz unvollendetem Status eine ganze Menge und hinterlässt einen bleibenden Eindruck.