- Entwickler:
- Quintet 🇯🇵
- Release:
- April 1995
- Plattform:
- SNES
- Genre:
- ⚔️ Action-RPG
Als JRPG-Fan hatte man im deutschsprachigen Raum lange ziemlich schlechte Karten. Bevor Pokémon und Final Fantasy VII belegten, dass auch hierzulande ein Markt für dieses Genre existierte, wurden nur eine Handvoll Spiele überhaupt veröffentlicht. Nur die allerwenigsten bekamen eine deutsche Übersetzung. Glücklicherweise gehört die inoffizielle Gaia-Trilogie rund um Soul Blazer, Illusion of Time und Terranigma dazu. Warum inoffiziell? Weil alle drei Spiele vom selben Entwickler, Quintet, stammen, einsteigerfreundliche Action-RPGs sind und gewisse Themen wie Schöpfung und Zerstörung, Mensch und Natur und die Schattenseiten der Menschheit wiederkehrende narrative Punkte sind. Aber: Illusion of Time ist kein direktes Sequel zu Soul Blazer und auch kein Prequel für Terranigma, weswegen man auch ohne Kenntnis dieser Titel ein vollständiges Spieleerlebnis hat.
Und was ist Illusion of Gaia? Lediglich der US-Titel dieses Spiels.
Eine weitere Besonderheit: Das Spiel spielt in unserer Welt, bzw. einer veränderten Variante davon. Monumente wie die chinesische Mauer, Angkor Wat oder die Nazca-Linien in Peru sind Schauplätze des Spiels – die Karten- und Dungeongestaltung ist durchgängig abwechslungsreich und clever.
Auch visuell macht das Spiel einiges mehr her als sein Vorgänger. Wir sehen in Illusion of Time also eine konsequente Weiterentwicklung der Soul Blazer-Formel, die bei Terranigma wohl in Quintets Magnum Opus geendet ist.
Gameplay
Ist Illusion of Time ein Action-RPG oder “nur” ein Action-Adventure? Während der Vorgänger, Soul Blazer, noch Erfahrungspunkte im klassischen Sinne hatte, hat der Nachfolger das System geändert: Nachdem alle Gegner einer Karte besiegt sind, bekommt man ein Power-Up – für Lebenspunkte, Angriff oder Verteidigung. Da es aber doch numerischen Spielfortschritt gibt, bin ich geneigt, das Spiel dennoch als RPG zu klassifizieren, aber die Übergänge sind hier durchaus fließend.
Die Kernmechanik des Spiels ist, dass sich Protagonist Will an verschiedenen Stellen in einen von drei Charakteren verwandeln kann: Den schwarzen Ritter Freedan und Shadow, über den jetzt noch nichts verraten werden soll. Diese haben nicht nur ein anderes Moveset, sondern sind mit ihren veränderten Eigenschaften meist auch notwendig, um bestimmte Rätsel zu lösen.
So besitzt Freedan eine höhere Reichweite und hat später sogar Zugang zu Distanzangriffen, passt aber nicht durch kleine Schächte und kann Wills Flöte nicht spielen. Wie bitte? Nicht, was ihr wieder denkt! Will kämpft mit einer magischen Flöte, die analog zu Spielen wie The Legend of Zelda: Ocarina of Time an bestimmten Stellen in Rätseln Verwendung findet.
Zeitweise wird das Spiel sogar zu einem Collectathon. 50 rote Juwelen gibt es im Spiel zu finden, die ein optionales Areal im Endgame freischalten. Diese sind allerdings so gut versteckt, dass die Wahrscheinlichkeit, alle 50 per Zufall zu finden, gen Null geht. Tut euch also den Gefallen und konsultiert einen Guide, wenn ihr das Spiel zu 100 % absolvieren wollt.
Natürlich gibt es auch Bosse, die teilweise knackig werden können, hat man aber einmal ihre Angriffsmuster gelernt, sind sie nach ein paar Versuchen in der Regel Geschichte.
Story
Der Forscherdrang hat die Menschheit gepackt: Bald schon entdeckte man auf Expeditionen alte, längst vergangene Kulturen und die Ruinen, die sie hinterließen. Darin sagenumwobene Relikte und mysteriöse Statuen, die der Sage nach Flüche und gar Dämonen enthalten. Viele Forscher kamen nie zurück – und noch schlimmer: Diese Ruinen gelten als Schlüssel zur Apokalypse!
Das interessiert Will aktuell eher so mittel. Der Klosterschüler treibt lieber Unfug mit seinen Freunden. Dabei weiß er selbst, wie gefährlich Expeditionen sind: Er begleitete seinen Vater zum Turm von Babel – ja, der gigantische Turm aus der Bibel, den Gott eher so semi-gut fand. Wills Vater ist seit einem Jahr verschollen und für tot erklärt, doch Will konnte sich retten – und fasste einen Entschluss: Er möchte Forscher werden und seinen Vater finden.
Doch erst einmal vertreibt er seine Zeit damit, mit seinen telekinetischen Fähigkeiten Einrichtungsgegenstände zu verschieben und mit seiner Telepathie beim Kartenspiel zu bescheißen. Aber dann macht sich in Wills Freundeskreis ein Gerücht breit: Prinzessin Kara sei weggelaufen und werde in Südkap vermutet, Soldaten suchten sie. Wir finden sie prompt bei Wills Großeltern in der Küche – samt ihrem Hausschwein Hamlet.
Dieses Treffen bringt den Plot in Wallung, bald schon begibt sich Will auf eine Weltreise um Artefakte zu suchen und eine Bedrohung aus dem Weltall zu tilgen, die nichts Geringeres als das Ende der Menschheit bedeuten würde. Und dann dringt auch noch die Stimme seines totgeglaubten Vaters aus seiner Flöte … nein, nicht was ihr denkt. Das Musikinstrument!
Let’s Play
- Status:
- ✔️ Beendet
- Folgen:
- 13
- Zeitraum:
- Dezember 2025 – April 2026
- Länge:
- 15:24 Stunden
Da mein Ziel ist, die gesamte Gaia-Trilogie auf dem Kanal zu präsentieren, habe ich natürlich auch Illusion of Time gespielt. In Summe hatte ich eine echt gute Zeit! Dabei zeige ich euch 100 % des Contents des Spiels – inklusive Bonusareal und aller 50 roten Juwelen.